Allein in Deutschland leben 15 Millionen Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Vor allem Personen mit einer mittel- bis hochgradigen Hörschädigung benötigen Unterstützung durch Schrift oder Gebärdensprachdolmetscher für eine gleichberechtigte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Viele Hörbehinderte haben aufgrund mangelnder schulischer und beruflicher Qualifikation und Informationsdefiziten wesentlich geringere Chancen in ihrem Leben.
Die Kommunikation mit anderen stellt für sie eine große Herausforderung dar – allein Lippenlesen ermöglicht ihnen nur etwa 20 Prozent der Informationen zu erfassen. Nur ca. 13 Prozent der TV-Programme bieten Untertitel, persönliche Begleitung durch einen Schrift- oder Gebärdensprachdolmetscher ist enorm teuer und oft nicht verfügbar, automatische Spracherkennung ist für diesen Einsatzbereich technisch noch lange nicht ausgereift. Dadurch erfahren Menschen mit Hörbehinderung eine erhebliche Behinderung im Alltag. Letztlich reduziert die Behinderung die Teilhabe an Bildung, Beruf und am gesamten gesellschaftlichen Leben.