Psychische Erkrankungen beginnen oft schon im Jugendalter. Doch häufig vergehen mehrere Jahre, bis Betroffene Hilfe suchen. Die größte Hürde für sie ist die Angst, stigmatisiert zu werden. Irrsinnig Menschlich e.V. verkürzt mit seiner Präventionsarbeit diese Zeitspanne.
Pionierarbeit leistet Irrsinnig Menschlich seit 2001 mit dem Programm „Verrückt? Na und! – Seelisch fit in der Schule“ für Jugendliche ab der achten Klasse gemeinsame mit ihren Lehrern. Die Schultage werden von einem Tandem aus fachlichen Experten (u.a. Psychologen und Sozialpädagogen) und persönlichen Experten (Menschen, die psychische Krisen gemeistert haben) gestaltet. Sie laden klassenweise zu einem Gespräch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit ein. Der Schultag vermittelt Wissen, Zuversicht und Lösungswege bei psychischen Krisen und ermutigt Lehrkräfte, mit seelischer Gesundheit gute Schule zu machen.
2017 ist das Programm „Psychisch fit studieren“ gestartet. Es richtet sich an alle Studierenden, insbesondere an Erstsemester, und macht psychische Krisen im Hörsaal besprechbar.
Beide Programme wirken wie Eisbrecher und forcieren eine regional sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen, Studierendenwerken, Trägern der psychosozialen Versorgung, Gesundheitsförderung und den Kommunen.