Quelle: Irrsinnig Menschlich

Manuela


Richter-Werling


Irrsinning Menschlich



Fellow seit

2009

Themenfeld

,


Kurzbeschreibung

Manuela Richter-Werling schafft bei jungen Menschen Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit, indem sie psychische Krisen besprechbar macht. Damit greift sie ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem auf, das in Schule, Studium, Ausbildung und Beruf kaum Platz hat, Familien oft überfordert, persönliches Leid und immense gesellschaftliche Kosten verursacht.


Die Social Entrepreneurin

Manuela Richter-Werling interessierte sich schon früh dafür, wie es Menschen gelingt, trotz schwerer Krisen ihr Leben gut zu meistern. Im Jahr 2000 gründete sie Irrsinnig Menschlich e.V. mit dem Ziel, Stigma, Ängste und Vorurteile gegenüber psychischen Krankheiten abzubauen. Sie wusste aus ..

Manuela Richter-Werling interessierte sich schon früh dafür, wie es Menschen gelingt, trotz schwerer Krisen ihr Leben gut zu meistern. Im Jahr 2000 gründete sie Irrsinnig Menschlich e.V. mit dem Ziel, Stigma, Ängste und Vorurteile gegenüber psychischen Krankheiten abzubauen. Sie wusste aus ihrer Familie, wie wichtig es ist, früh damit zu beginnen: Ihr Bruder erkrankte bereits in der Schulzeit. Die Folge: Hilf- und Sprachlosigkeit in Familie und Schule, jahrelanges Leid, zerstörte Lebenschancen. Die Idee: Formate für junge Menschen zu entwickeln, in denen sie ganz selbstverständlich über das vermeintlich schwierige Thema sprechen können. Der Lösungsansatz: Information, Aufklärung und Kon-takt mit Mitgliedern der stigmatisierten Gruppe.

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Der Ansatz

Psychische Erkrankungen beginnen oft schon im Jugendalter. Doch häufig vergehen mehrere Jahre, bis Betroffene Hilfe suchen. Die größte Hürde für sie ist die Angst, stigmatisiert zu werden. Irrsinnig Menschlich e.V. verkürzt mit seiner Präventionsarbeit diese Zeitspanne. Pionierarbeit leistet ..

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Psychische Erkrankungen beginnen oft schon im Jugendalter. Doch häufig vergehen mehrere Jahre, bis Betroffene Hilfe suchen. Die größte Hürde für sie ist die Angst, stigmatisiert zu werden. Irrsinnig Menschlich e.V. verkürzt mit seiner Präventionsarbeit diese Zeitspanne.
Pionierarbeit leistet Irrsinnig Menschlich seit 2001 mit dem Programm „Verrückt? Na und! – Seelisch fit in der Schule“ für Jugendliche ab der achten Klasse gemeinsame mit ihren Lehrern. Die Schultage werden von einem Tandem aus fachlichen Experten (u.a. Psychologen und Sozialpädagogen) und persönlichen Experten (Menschen, die psychische Krisen gemeistert haben) gestaltet. Sie laden klassenweise zu einem Gespräch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit ein. Der Schultag vermittelt Wissen, Zuversicht und Lösungswege bei psychischen Krisen und ermutigt Lehrkräfte, mit seelischer Gesundheit gute Schule zu machen.
2017 ist das Programm „Psychisch fit studieren“ gestartet. Es richtet sich an alle Studierenden, insbesondere an Erstsemester, und macht psychische Krisen im Hörsaal besprechbar.
Beide Programme wirken wie Eisbrecher und forcieren eine regional sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen, Studierendenwerken, Trägern der psychosozialen Versorgung, Gesundheitsförderung und den Kommunen.

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Warum ist das wichtig?

Studien weisen nach, dass 75 % aller psychischen Erkrankungen vor dem 20. Lebensjahr beginnen, das heißt in einer Zeit, die für eine erfolgreiche gesundheitliche Entwicklung, Sozialisation und letztlich für die Lebensqualität entscheidend ist. 20 bis 30 % der Heranwach-senden gelten als ..

Studien weisen nach, dass 75 % aller psychischen Erkrankungen vor dem 20. Lebensjahr beginnen, das heißt in einer Zeit, die für eine erfolgreiche gesundheitliche Entwicklung, Sozialisation und letztlich für die Lebensqualität entscheidend ist. 20 bis 30 % der Heranwach-senden gelten als seelisch auffällig; 12,4 % davon sind sozial und familiär stark belastet. Nur wenige bekommen adäquate Hilfe.
Studierende sind immer häufiger gefährdet, psychisch zu erkranken. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nach Ein-schätzung von Studierenden wirken sich psychische Beeinträchtigungen am stärksten auf den Studienerfolg aus. Professionelle Hilfe nutzen sie aus Angst vor Stigmatisie-rung meist erst dann, wenn der Leidensdruck schon stark zugenommen hat.
Die gesellschaftlichen Folgekosten psychischer Erkrankungen belaufen sich auf 33 Milliarden Euro direkte Kosten (Bundesamt für Statistik, 2012).
Mit seinen Präventionsangeboten wirkt Irrsinnig Menschlich e.V. an der Schlüsselstelle und dem weltweiten Haupthindernis zur Verbesserung der psychischen Gesundheit: der Reduktion des Stigmas. Zudem werden Krankheitslasten und gesellschaftliche Folgekosten erheblich reduziert.

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Einblicke

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Videoportrait zur Ashoka Fellowship


Input

Gesamtbudget: 535.359 €, davon: Personalkosten: 291.318 €, Sachkosten: 244.041 €

Pro bono-Engagement durch beratende Partner

Output

„Verrückt? Na und!“: 885 Schultage, 76 Fortbil-dungen für Lehrkräfte, Eltern und Kooperations-partner*innen

„Psychisch fit studieren“: Foren an 16 Hochschu-len bundesweit mit ca. 1.000 erreichten Studie-renden

Wirkung

Evaluationen durch die Universität Leipzig 2001, 2006, 2011, 2017 ergaben: „Verrückt? Na und!“: 96% der Schüler haben mehr Wissen über seelische Gesundheit, 75 % der Schüler sehen persönliche Experten als Vorbild für die Bewältigung eigener Krisen im späteren Leben, 74 % der Schüler meinen, Krisen jetzt besser bewältigen zu können

„Psychisch fit studieren“: 80 % der Studierenden schätzen „Psychisch fit studieren“ als hilfreich zur Vorbeugung psychischer Krisen ein. 98 % geben an, Infos erhalten zu haben, wo sie im Krisenfall Hilfe bekommen.


Mitwirkende gesucht

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