Quelle: Creative Commons CC0, Pixabay

Joachim


Körkel


KISS



Fellow seit

2009

Themenfeld

Ansatz


Kurzbeschreibung

Joachim Körkel ermöglicht Alkohol-, Drogen- und Tabakabhängigen mit seinen Programmen zur Konsumreduktion einen selbstbestimmten Weg aus der Sucht. Suchtmittelkonsumenten werden zur eigenständigen, selbstverantwortlichen Senkung ihres Substanzkonsums befähigt und an ein gesundes, zufriedenes und sozial integriertes Leben herangeführt.


Der Social Entrepreneur

Als Professor der Psychologie arbeitet Joachim Körkel seit 30 Jahren im Bereich der Behandlung substanzabhängiger Menschen. Schon als junger Leiter einer Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängige erkannte er, dass Rückfälle Teil des Genesungsprozesses sind und keineswegs regelhaft zum ..

Als Professor der Psychologie arbeitet Joachim Körkel seit 30 Jahren im Bereich der Behandlung substanzabhängiger Menschen. Schon als junger Leiter einer Fachklinik für Alkohol- und Medikamentenabhängige erkannte er, dass Rückfälle Teil des Genesungsprozesses sind und keineswegs regelhaft zum Ausschluss aus einer Behandlung führen sollten.

Nach langjährigen Erfahrungen entwickelte er mit KISS einen Ansatz, der die Veränderungsmotivation nicht-abstinenzbereiter Alkohol-, Tabak- und Drogenabhängiger freizusetzen vermag und sie befähigt, ihren Konsum selbstständig zu reduzieren („kontrolliertes Trinken“, „kontrolliertes Rauchen“, „kontrollierter Drogenkonsum“). 2010 gründete Joachim Körkel das der Evangelischen Hochschule Nürnberg angegliederte Institut für innovative Suchtbehandlung und Suchtforschung (ISS).

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Der Ansatz

KISS steht für „Kompetenz Im Selbstbestimmten Substanzkonsum“ und ist ein Selbstmanagementprogramm. Es ergänzt die bisherigen Behandlungsangebote für Alkohol-, Tabak- und Drogenabhängige, indem es zu einer schrittweisen Konsumreduktion anleitet. Die Reduktion kann – je nach Bereitschaft ..

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KISS steht für „Kompetenz Im Selbstbestimmten Substanzkonsum“ und ist ein Selbstmanagementprogramm. Es ergänzt die bisherigen Behandlungsangebote für Alkohol-, Tabak- und Drogenabhängige, indem es zu einer schrittweisen Konsumreduktion anleitet. Die Reduktion kann – je nach Bereitschaft und Fähigkeit der Konsument*innen – in Suchtmittelabstinenz übergehen. Die Konsument*innen entscheiden selbst, wie schnell und um wie viel sie ihren Konsum reduzieren möchten. So sind die zu bewältigenden Veränderungshürden niedriger und deshalb auch realistischer zu schaffen.

Das KISS-Programm besteht aus einer Eingangs-diagnostik sowie zwölf strukturierten Einzel- oder Gruppensitzungen. Durch ein ausgearbeitetes Curriculum werden Suchtfachkräfte in sechstägigen Schulungen zu KISS-Expert*innen fortgebildet.

Um weitverbreiteten Vorbehalten gegenüber Zieloffener Suchtarbeit (ZOS) zu begegnen, veranstaltet das ISS Vorträge und Workshops, ist auf Suchttagungen im In- und Ausland präsent, betreibt Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit und verfasst wissenschaftliche Veröffentlichungen.

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Warum ist das wichtig?

2016 wiesen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zufolge 3,4 Millionen der 18 bis 64-jährigen Erwachsenen in Deutschland Alkoholmissbrauch beziehungsweise -abhängigkeit auf; 5,6 Millionen sind tabak-, 1,5 Millionen medikamenten- und 400.000 drogenabhängig. Die körperlichen, ..

2016 wiesen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zufolge 3,4 Millionen der 18 bis 64-jährigen Erwachsenen in Deutschland Alkoholmissbrauch beziehungsweise -abhängigkeit auf; 5,6 Millionen sind tabak-, 1,5 Millionen medikamenten- und 400.000 drogenabhängig.

Die körperlichen, psychischen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen sind erheblich. So belaufen sich zum Beispiel die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums auf 26,7 Milliarden Euro pro Jahr, die des Konsums illegaler Drogen auf über sechs Milliarden Euro.

Die etablierten Abhängigkeitsbehandlungen zielen auf totale Abstinenz statt auf Konsumreduktion ab. Aber nur fünf Prozent aller Suchtkranken werden durch Abstinenzbehandlungen erreicht, die Mehrzahl scheitert an der Abstinenzhürde. Außerdem bricht ein Großteil derer, die eine Behandlung beginnen, ab und wird rückfällig.

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Einblicke

Videoportrait zur Ashoka Fellowship


Input

Gesamtbudget: 119.600 €, davon: Personalkosten: 82.800 €, Sachkosten: 36.800 €

Leistungen aus Ehrenamt und pro bono-Engagement: 1.140 Stunden

Output

Ca. 1.300 Alkohol- und Drogenabhängige als Teilnehmer am KISS-Programm in 112 Einrichtungen

Acht KISS-Ausbildungsgruppen mit 96 Teilnehmern

15 öffentliche Vorträge zu KISS und 9 KISS-Fachtage/ KISS-Auftaktveranstaltungen

Neuentwicklung des zieloffenen Programms „Change Your Smoking“ (Zieloptionen: Rauchreduktion/ Rauchstopp/ Schadensminderung)

Implementierung „Zieloffener Suchtarbeit“ (ZOS) beim Caritasverband Stuttgart (27 Einrichtungen, 150 Mitarbeiter*innen)

5 Akquisegespräche für weitere Implementierungsprojekte

Wirkung

Einsparungen von ca. 334.400 € für Krankenkassen durch 622 KISS-Teilnehmer

Drogenkonsumausgaben der Teilnehmer fallen um monatlich 30 % bzw. 219 € (Einsparung von ca. 1,6 Mio. € bei 610 KISS-Teilnehmern)

Erheblicher gesamtgesellschaftlicher Nutzen durch weniger Beschaffungskriminalität und Prostitution


Mitwirkende gesucht

Was wir aktuell planen:


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