Quelle: Flechtwerk 2+1
Quelle: Miguel Perez

Annette


Habert


Flechtwerk 2+1



Fellow seit

2014

Aktiv in


Kurzbeschreibung

Getrenntlebende Eltern und ihre Kinder brauchen stabile Bindungen und die Gewissheit, dass jeder von ihnen eingebunden ist in das Beziehungsgeflecht einer tragenden Gemeinschaft. Annette Habert stärkt pragmatisch das gesellschaftliche Engagement für die Bindungssicherheit von Kindern in multilokalen Familien.


Die Social Entrepreneurin

Annette Habert ist Pädagogin und zertifizierte Elternbegleiterin und wuchs mit drei Geschwistern in einer stärkenden Komplettfamilie auf. Sie war alleinerziehend für zwei eigene Kinder sowie für ein Pflegekind verantwortlich. Viele prägende Situationen aus dem eigenen Familienleben ließen ..

Annette Habert ist Pädagogin und zertifizierte Elternbegleiterin und wuchs mit drei Geschwistern in einer stärkenden Komplettfamilie auf. Sie war alleinerziehend für zwei eigene Kinder sowie für ein Pflegekind verantwortlich. Viele prägende Situationen aus dem eigenen Familienleben ließen sie, wie sie sagt, zur „Familien-Handwerkerin” werden.

Ausgelöst durch den Wunsch eines Kindes initiierte Annette Habert das bundesweite Besuchsprogramm „Mein Papa kommt“, durch das Eltern nach Trennungen mit ihren entfernt lebenden Kindern verbunden bleiben können. Seitdem regt sie Entscheidungsträger in der Familienbegleitung und -betreuung an, multilokale Familien noch stärker zu unterstützen. Mit dem Soziologen Jobst Münderlein gründete sie 2012 die Flechtwerk 2+1 gGmbH zur Stärkung von Kindern mit zwei Elternhäusern.

Mehr lesen

Der Ansatz

„Mein Papa wohnt am Bodensee. Er besucht mich jedes Wochenende. Aber das geht nur im Sommer. Da kann er ja im Auto schlafen. Kannst du da was machen?“ Der Wunsch des neunjährigen Sven war der Beginn von „Mein Papa kommt“, dem Besuchsprogramm für Kinder mit zwei Elternhäusern. „Mein ..

>

„Mein Papa wohnt am Bodensee. Er besucht mich jedes Wochenende. Aber das geht nur im Sommer. Da kann er ja im Auto schlafen. Kannst du da was machen?“ Der Wunsch des neunjährigen Sven war der Beginn von „Mein Papa kommt“, dem Besuchsprogramm für Kinder mit zwei Elternhäusern.

„Mein Papa kommt“ vermittelt getrenntlebenden Eltern bundesweit ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes und stärkt sie durch ein pädagogisches Coaching in der Kompetenz zu einer Umgangsgestaltung über große räumliche Distanzen hinweg. Ein Anreiseweg von 500 km ist für Flechtwerk-Eltern die Regel. Institutionelle Gastgeber ergänzen an Wochenenden dieses Angebot durch „Kinderzimmer auf Zeit“ z.B. in Kindergärten oder in Mütter- und Familienzentren.

Flechtwerk 2+1 versteht sich als Brückenschlag zu bestehenden Angeboten der frühen Hilfe sowie der Familienbildung und setzt sich als Themenanwalt für die Realisierung des Umgangsrechtes in multilokalen Familien ein.

Mehr lesen

Warum ist das wichtig?

In Deutschland wächst jedes sechste Kind nach einer Trennung der Eltern in zwei Elternhäusern auf (Väterreport 2016, BMFSFJ 2016). Individualisierungs- und Flexibilisierungsprozesse verstärken dabei das Phänomen der Multilokalität von Familie. Es fehlen gesellschaftliche Strukturen, die bei ..

In Deutschland wächst jedes sechste Kind nach einer Trennung der Eltern in zwei Elternhäusern auf (Väterreport 2016, BMFSFJ 2016). Individualisierungs- und Flexibilisierungsprozesse verstärken dabei das Phänomen der Multilokalität von Familie. Es fehlen gesellschaftliche Strukturen, die bei größeren Entfernungen zwischen den Eltern einen kindeswohlfördernden Umgang zwischen Eltern und Kindern ermöglichen. Darüber hinaus gilt es die Besuchsschwelle für belastete Eltern zu reduzieren, durch erschwingliche Übernachtungsmöglichkeiten, ausreichende Räume auch für unbegleitete Eltern-Kind-Umgänge, Schul- und Erziehungsberatung am Wochenende, etc..

Finanzielle, organisatorische und psychisch belastende Bedingungen führen oft zum Beziehungsabbruch zwischen Eltern und Kindern und beeinträchtigen die physische und psychische Gesundheit von Kindern mit zwei Elternhäusern.

 

Mehr lesen

Einblicke

Flechtwerk 2+1


Input

Gesamtbudget: 280.000 €

Kosten für Personal, Miet- und Reisekosten, IT- Infrastruktur, Büro

14.000 € Einnahmen durch Spenden und Geldauflagen, 24.000 € aus Mitgliedsbeiträgen, 250.000 € aus Drittmitteln

400 Stunden pro bono-Leistungen u.a. durch Unternehmensberatung und Rechtsberatung

Output

Über 350 getrennt lebende Väter und Mütter als neue Nutzer des Besuchsprogramms

Bereitstellung von über 1.200 Übernachtungsmöglichkeiten durch ehrenamtliche Gastgeber

Kooperation mit über 40 Kinderzimmer-auf-Zeit- Partnereinrichtungen bundesweit

Kooperation mit der Flixbus GmbH zur Ausweitung des Angebot der finanziellen und organisatorischen Entlastung des Umgangs

Launch der Spendenkampagne „Scheidungsringe- fuer-Kinder“, Weiterentwicklung der IT- Infrastruktur, bundesweite Multiplikatorenkampagne

Weiterentwicklung der „Pädagogischen Elternbegleitung“ für getrennt lebende Eltern und Fachkräfte zur Umsetzung des Umgangsrechts

Gremienarbeit im Bundesforum Männer e.V., Zukunft Familie e.V., Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern, Deutscher Verein e.V.

Wirkung

Über 1.500 Kinder mit zwei Elternhäusern erhalten auch bei weiter Entfernung verlässlichen Kontakt zu beiden Elternteilen

in finanzieller Not wird der Umgang ermöglicht

Das System der unabhängigen Familienselbsthilfe stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt unter Einbeziehung vieler Zielgruppen: die Sorge für die Bindungssicherheit von „Scheidungskindern“ wird zunehmend als bürgerschaftliche Verantwortung wahrgenommen

Politik, Verwaltung und Fachkräfte werden angeregt, Unterhalt und Umgang als Kinderrechte gleichwertig zu unterstützen.


Mitwirkende gesucht

Was wir aktuell planen:

Dafür suchen wir:

  • Kooperationenbauer*in

[Kooperationenbauer*in]

Für die Initiative Kinderzimmer auf Zeit freuen wir uns über Kontakt zu Trägern von Kindertageseinrichtungen oder Elterninitiativen, die mitmachen wollen.


Thematisch ähnliche
Ashoka-Fellows